Rohrbacher Kreis


Jahrestagungen des Rohrbacher Kreises

Kurzinformation

Der Rohrbacher Kreis ist ein Gesprächskreis zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern zu den komplexen Fragen unserer Zeit. Er sieht sich der langen Tradition eines inter- und transdisziplinären Austauschs verpflichtet, in dem vor allem der drängende kulturell-philosophische Reflexionsbedarf von Natur- und Technikwissenschaftlern zu den Bedingtheiten eigenen wissenschaftlichen Handelns Resonanz findet.

Eine solche Gesprächskultur hat in der Leipziger Region eine lange Tradition, die seit den 1980er Jahren vor allem mit dem Namen des Technikphilosophen Rudolf Rochhausen verbunden ist, der einen solchen interdisziplinären Gesprächskreis an der Leipziger Universität organisierte und nach der Wende mit Unterstützung durch den RL-Stiftungsverbund weiterführte.

Nach der Aufkündigung der Unterstützung durch den RL-Stiftungsverbund Anfang 2012 entschied das Plenum des Rohrbacher Kreises, diesen als parteipolitisch neutralen Ort einer solchen Kommunikation über wichtige interdisziplinäre Fragen der aktuellen Wandlungsprozesse mit stärker akademischem Anspruch fortzuführen. Die Initiative geht dabei von Technik- und Naturwissenschaftlern aus, die sich im Kontext von LIFIS, dem 2002 gegründete Leibniz-Institut für interdisziplinäre Studien e.V., engagieren.

Schwerpunkt der Arbeit ist die Organisation einer jährlichen Dahlener Tagung mit interdisziplinärem Profil, auf der das Fächerspektrum der universitas litterarum (möglichst) ausgewogen vertreten ist.

Weitere Informationen über den Rohrbacher Kreis auf auf dessen Seiten im Dorfwiki.

Zur Geschichte

Der Rohrbacher Kreis wurde am 29.10.1992 auf Initiative einer Gruppe um Prof. Rudolf Rochhausen in Leipzig gegründet. Damit werden positive Momente des Dialogs zwischen Geistes- und Naturwissenschaftlern im Rahmen der ML-Abendschule an der Leipziger Universität vor allem in den 1980er Jahren aufgenommen, die in Rohrbach (Thür.) stattfanden und für die konzeptionell und auch politisch Prof. Rudolf Rochhausen verantwortlich zeichnete.

Die thematische Arbeit des Rohrbacher Kreises konzentriert sich damit auf den interdisziplinären Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern zu Vorstellungen, Interpretationen und Anwendungen natur-, technik- und geisteswissenschaftlicher Konzepte, Theorien und Methoden in den komplexen, technikgetriebenen Praxen der modernen Gesellschaft.

Im Mittelpunkt der Tätigkeit des Rohrbacher Kreises stehen dessen Jahrestagungen, die seine Mitglieder und weitere Interessenten jährlich im Frühjahr zu intensivem Gespräch an einem verlängerten Wochenende in Dahlen zusammenführen. In weiteren Kolloquien und Veranstaltungen wurden die Ergebnisse dieser Gespräche vertieft und weitergetragen.

Von Beginn an standen wissenschaftliche, wirtschaftliche und soziale Probleme der Globalisierung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Besondere Bedeutung für die Gestaltung der Arbeit des Rohrbacher Kreises hatte der Diskurs zwischen Natur- und Technikwissenschaftlern einerseits und Geisteswissenschaftlern andererseits. Die Mitarbeit im Arbeitskreis "Nachhaltigkeit" der RL-Bundesstiftung hatte zur Konsequenz, dass das interdisziplinäre Potential des "Rohrbacher Kreises" sich seit 1998 besonders auf Probleme nachhaltiger Entwicklung von Wissenschaft, Gesellschaft und Bildung konzentrierte.

Der Rohrbacher Kreis organisierte Einzelveranstaltungen, eine Jahrestagung und gab die Rohrbacher Manuskripte heraus. Die Arbeit wurde von einem Beirat koordiniert und von einem Moderator (bis 2005 Prof. Rudolf Rochhausen, Schwerin; 2005-2009 Prof. Kurt Reiprich, Leipzig; 2009-2012 Prof. Reinhold Krampitz, Magdeburg) geleitet.

Nach der Aufkündigung der Unterstützung durch den RL-Stiftungsverbund entschied das Plenum auf der Dahlener Tagung 2012, den Rohrbacher Kreis unter diesem Namen als parteipolitisch neutralen Ort der Kommunikation über wichtige interdisziplinäre Fragen der aktuellen Wandlungsprozesse fortzuführen, wobei eine stärkere parteipolitische Neutralität das Zusammendenken und Zusammen-Denken verschiedener Ansätze und Herangehensweisen an das Nachdenken über die Wandlungsprozesse unserer Zeit befördern soll.